Sep
29
2007

Tokio Hotel – Interview from berlinonline.de

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In German, per requests to see the original. Will post translation when it shows up. :)

INTERVIEW
Es wird auf jeden Fall warm sein
Die Band Tokio Hotel über ihr Konzert in Israel, schöne Frauen und eine Generation, für die Geschichte keine Rolle mehr spielt
Wiebke Hollersen und Maxim Leo

Ein Konferenzraum im Ritz Carlton am Potsdamer Platz in Berlin. Eine Couch, ein paar Stühle. Auf einem niedrigen Tisch Gläser mit Gummibärchen. Bill sitzt rechts auf der Couch, ein Kissen auf dem Bauch, die schwarz lackierten Nägel in das Kissen gegraben. Rechts neben ihm, auf einem Stuhl, sitzt sein Zwillingsbruder Tom. Lässig zurückgelehnt, breitbeinig, die Rastalocken fallen über seine Brust. Links sitzt Gustav, mit Basecap, er wird die ganze Zeit kein Wort sagen. Daneben Georg, lange, glatte Haare, mit zwanzig Jahren der Älteste der Gruppe. Zur Begrüßung stehen alle auf, stellen sich mit Namen vor, schütteln Hände. Georg bietet Getränke an, holt Wasser und Kaffee. Es ist ihr fünftes Interview an diesem Tag. Sie fragen, wie spät es ist. Kurz vor drei am Nachmittag. Frühstückszeit, sagt Tom.

Ihr fahrt gerade ziemlich viel in der Welt herum und seid jetzt für ein paar Tage in Deutschland. Freut ihr euch, mal wieder hier zu sein?

GEORG: Halt Heimspiel.

BILL: Gewohnte Umgebung, gewohnte Gesichter, wir kennen das alles eben sehr gut. Im Ausland gibt es oft überraschende Situationen. Hier in Deutschland ist es ein bisschen entspannter, weil wir öfter hier sind. Sonst sind wir manchmal nur zwei, drei Tage in einem Land, wir haben einen wahnsinnig straffen Zeitplan, deswegen ist es auch oft sehr chaotisch. Es ist immer ein besonderes Gefühl, wieder hier zu sein.

Am 6. Oktober werdet ihr in Israel spielen, in Tel Aviv. Wie kam es dazu?

TOM: Das ist eigentlich ähnlich gelaufen wie in jedem Land, in dem wir bisher waren. In Frankreich, Polen, Dänemark oder was weiß ich. Wir hatten überall schon Fans, bevor wir in die Länder gekommen sind, bevor wir da überhaupt unsere Platten releast haben. Alles läuft über das Internet. Eigentlich haben wir durch die Aktionen der israelischen Fans überhaupt erst mitgekriegt, dass es sie gibt. In Frankreich hatten wir schon Fanclubs, fünf Monate, bevor wir dort überhaupt irgendwas veröffentlicht haben. In Israel war es so, dass die Fans da eine Aktion gestartet haben. Sie haben um die fünftausend Unterschriften gesammelt, glaub ich, weil sie sich gewünscht haben, dass wir mal in ihr Land kommen. Dadurch haben wir überhaupt erst mitbekommen, dass unser Song “Monsoon” da längst im Radio lief. Das wussten wir gar nicht!

Eure Platten erscheinen auf Deutsch und inzwischen auch auf Englisch. Welche Version wird denn in Israel gehört?

TOM: Ich glaub, die englische.

BILL: Aber durch das Internet ist das immer ganz gemischt. In Ländern, in denen wir eigentlich unsere englische Platte veröffentlicht haben, hören die Leute auch ganz viel deutsch. In Frankreich zum Beispiel.

TOM: In Finnland hören die Leute uns auf Deutsch. Wir haben ja das englische Album rausgebracht, damit die Leute die Wahl haben. Falls sie nicht so interessiert sind an der deutschen Sprache, sollen sie auch die Möglichkeit haben, unsere Texte zu verstehen.

BILL: Das Verstehen ist bei uns halt wichtig. Bei uns geht es nicht nur darum, lustig zu tanzen. Für uns war Musik immer eine Emotion. Dadurch, dass ich auch schon so lange schreibe, war mir das total wichtig, dass die Leute auch verstehen, von was wir singen.

Wie habt ihr von dieser Unterschriftenaktion der israelischen Fans erfahren?

BILL: Die Leute haben darüber geschrieben, im Internet. Das ging dann auch zu unserer Plattenfirma und zum Management. Da gab es diesen Riesenzettel mit den Unterschriften. Diese ganzen Leute, die schrieben: Kommt mal rüber und spielt ein Konzert. Wir dachten, wow, das gibt es nicht.

TOM: Wir waren ziemlich überrascht. Ich meine Israel, wir waren alle vorher noch nie da. Für uns, so als deutsche Band, da zu spielen ist schon was Besonderes.

BILL: Wir wussten ja gar nicht, dass sich da jemand für uns interessiert!

Ihr seid die erste deutsche Band, die in Israel auf Platz Eins der Charts steht.

TOM: Ein paar Wochen, nachdem wir diesen riesigen Unterschriftenzettel bekommen haben, waren wir auch auf dem Cover von so einer israelischen Rockzeitschrift.

Auch das hat noch keine deutsche Band vor euch geschafft.

TOM: Ja. Das war echt ein geiles Gefühl. Jetzt ist es so: Wir wissen überhaupt nicht, was uns erwartet.

BILL: Wir haben mit unserem Konzertveranstalter, also mit unserem Booker, gesprochen. Der fand das auch geil. Der sagte, lasst uns das mal versuchen. Der weiß auch überhaupt nicht, was uns erwartet, weil er selbst noch nie was gemacht hat in Israel. Für den war das auch sehr strange. Wir haben dann alle entschieden, das zu machen.

Es ist sicher auch das erste Mal, dass ein israelischer Botschafter ein Rockkonzert mitorganisiert.

GEORG: Genau. Die Fans haben ihre Unterschriftenliste an den israelischen Botschafter in Deutschland geschickt. Der hat das weitergegeben.

TOM: Der Botschafter hat uns herzlich eingeladen und uns gesagt, dass wir auf jeden Fall willkommen sind. Wir haben das angenommen.

Was geht euch durch den Kopf, wenn ihr an Israel denkt?

TOM: Ich bin da relativ offen. Das ist bei uns insgesamt nicht so, dass wir von irgendwelchen Ländern irgendwas erwarten. Israel, wie wär’s da mal zu spielen, da haben wir vorher ehrlich gesagt nie drüber nachgedacht.

BILL: Dadurch, dass wir jetzt schon viele Länder gesehen haben, wissen wir, dass Klischees sowieso nie zutreffen. In ganz vielen Ländern fragen die Leute immer: Ah, ihr kommt aus Deutschland, da trinkt man doch ganz viel Bier und isst Weißwurst, oder? Wir denken dann immer, okay, das machen wir aber gar nicht. Diese ganzen Klischees sind eigentlich total blöd.

Aber irgendwas muss euch doch zu Israel einfallen. Irgendein Bild, ein Gefühl.

GEORG: Ich habe auf jeden Fall so ein warmes Bild vor Augen .

BILL: Es wird auf jeden Fall warm sein. Es ist doch auch Open Air, oder?

TOM: Ja, genau, es ist auf jeden Fall Open Air. Warm, ja, ansonsten hab ich eigentlich nicht so das Bild.

BILL: Ich hab gehört, dass Tel Aviv eine richtig schöne Stadt sein soll.

TOM: Genau. Wir kennen ein paar Leute, die schon mal da waren. Die haben gesagt, dass es da auf jeden Fall sehr schön ist . und ich hab gehört, da soll es auch sehr schöne.

GEORG: . sehr schöne Frauen geben.

TOM: Deswegen. Wir freuen uns in jeder Hinsicht auf das Konzert.

GEORG: Wir werden uns auf jeden Fall auch Zeit nehmen, um uns selber ein Bild zu machen.

Von den Frauen?

BILL: Von Israel.

TOM: Mit den Flügen ist das immer ein bisschen kompliziert, aber wir haben auf jeden Fall Zeit, da auch ein bisschen rumzulaufen. Da hab ich schon Bock drauf.

Wie viel Zeit habt ihr denn?

TOM: Ich glaube, wir haben einen halben Tag frei, vor dem Konzert. Am nächsten Tag fliegen wir nach Amsterdam zum nächsten Auftritt.

Bill sitzt jetzt auf der Rückenlehne der Couch. Wenn er redet, fährt er mit seinen Armen durch die Luft. Man muss dazu sagen, dass Bill sehr dünne Arme hat. Auf der Innenseite des linken Unterarms hat er den Schriftzug “Freiheit 89″ tätowiert. Es gibt bestimmt Leute, die jetzt denken, das sei eine Anspielung auf den Mauerfall. Immerhin kommen die vier Bandmitglieder aus Magdeburg. Aber das Tattoo soll nur an Bills Geburtsjahr erinnern. Mehr nicht. So ähnlich scheint das auch mit Israel zu sein. Zum ersten Mal spielt eine deutsche Band so ein großes Konzert in Israel. Im Land der Opfer. Der Vorverkauf läuft gut, sagt der Konzertveranstalter. Offenbar haben die israelischen Jugendlichen auch kein Problem damit, einer deutschen Band zuzujubeln. Spielt die Geschichte im Jahr 2007 wirklich keine Rolle mehr? Ist es so einfach: Junge Deutsche, junge Israelis – durch die Geschichte getrennt und jetzt durch die Musik vereint?

Jetzt mal von der Wärme und der Schönheit abgesehen, habt ihr sonst noch irgendwelche Assoziationen, wenn ihr an Israel denkt?

BILL: Ansonsten habe ich überhaupt keine Vorstellungen. Wir sind alle relativ offen, was das angeht, wie gesagt.

In Israel und in Deutschland wird euer Konzert in Tel Aviv als etwas ziemlich Außergewöhnliches angesehen. Es ist fast so etwas wie eine politische Geschichte. Warum, glaubt ihr, ist das denn so?

TOM: Erst mal ist es natürlich so, dass es für eine deutsche Band untypisch ist, überhaupt in Israel zu spielen.

BILL: Man weiß ja gar nichts. Wie läuft das denn da mit Konzerten? Kann man da richtig fette Open Airs spielen? Gibt es da geile Hallen?

TOM: Es gibt schon ein paar amerikanische Acts, die da gespielt haben, aber aus Deutschland sind wir auf jeden Fall die ersten, die so ein großes Konzert machen. Aber es wird sicher recht normal ablaufen. Wir haben ein sehr gutes Open-Air-Gelände gefunden, ich glaube, das wird sehr gut.

BILL: Ich bin gespannt. Ich bin echt gespannt auf die Fans. Ich freu’ mich da total drauf. Das wird so cool werden.

TOM: Es gab so viele Sachen, an die wir denken mussten. Wie kriegen wir unsere Backline jetzt nach Tel Aviv? Das ist ja auch ein Kostenaufwand. Unsere Backline muss ja am nächsten Tag nach Amsterdam. Wir haben aber festgestellt, dass das alles gar nicht so schwierig ist. Du kannst in Tel Aviv zum Beispiel ganz leicht Verstärker besorgen. Ist überhaupt gar kein Problem.

BILL: Was ich überhaupt nicht wusste, ist, dass die Leute da so richtig musikinteressiert sind. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was für eine Art Musik da gehört wird. Hier in Deutschland kriegt man ja auch nichts von der Musik da mit.

Israel-Deutschland, das ist ja eine spezielle Geschichte. Spielt die für euch eine Rolle?

BILL: Mmmm. Mmmm.

TOM: Das ist für uns . da denken wir nicht so drüber nach .

BILL: Wir machen da nicht so ein großes Ding draus. Wir freuen uns wahnsinnig, es ist eine wahnsinnige Ehre für uns, da hinzufahren. Aber oft wird ja auch geschrieben, wir seien jetzt die Botschafter von irgendwas. Wir würden uns selbst nie so bezeichnen. Als Botschafter der deutschen Sprache oder, keine Ahnung. Das klingt alles so gewaltig. Wir selber sehen uns nicht so. Wir machen Musik, die Leute interessieren sich deswegen für uns, und das ist einfach ein geiles Gefühl.

TOM: Wir haben uns echt gefreut, dass die Einladung auch von der Botschaft kam.

Das zeigt doch auch, dass es kein normales Konzert ist.

BILL: Das haben wir vor allem unseren Fans zu verdanken.

TOM: Für die gab es irgendwie nur die Möglichkeit, uns über die Botschaft zu erreichen.

BILL: Ich stell mir gerade vor, irgendwelche deutschen Teenies wollen eine israelische Band sehen. Ich wüsste auch gar nicht, wie ich das anstellen sollte.

GEORG: Ich wüsste nicht, ob die deutsche Botschaft da die Unterschriften rüberschicken würde.

Vielleicht ist es so, dass für 18-Jährige dieses ganze Dritte Reich und der Holocaust so weit weg sind, dass sie noch nicht einmal bei einer Israel-Reise daran denken. Vielleicht gehören wir, die Mittdreißiger, zu den Letzten, die noch mit Befangenheit auf dieses Land schauen. Vielleicht haben Bill und Tom und die anderen das geschafft, was wir nie konnten. Dass man sich als junger Deutscher einfach über eine Reise nach Israel freuen kann. Ohne Schuldgefühle. Oder sind sie einfach ignorant und naiv?

Entschuldigt, wenn wir da jetzt noch mal nachfragen. Das Dritte Reich, der Holocaust – das spielt für euch überhaupt keine Rolle?

BILL: Also natürlich weiß man darüber Bescheid. Aber wir sind eben eine völlig andere Generation. Ich glaube, auch unsere Fans dort werden sehr jung sein. Die werden alle in unserem Alter sein. Wir haben eine emotionale Verbindung über die Musik. Nur darum wird es gehen. Das Konzert wird gar nicht von der Geschichte belastet sein.

TOM: Ich glaube, da hat keiner irgendeinen politischen Hintergrund im Kopf oder so was. Für uns ist das ein Konzert, ein sehr aufregendes Konzert. In Israel sind wir total willkommen, und für unsere Fans spielt die Geschichte keine Rolle.

Ihr seid recht früh vom Gymnasium weg, und hattet oder habt zum Teil noch Privatunterricht. Habt ihr die Nazi-Zeit noch im Geschichtsunterricht behandelt?

ALLE: Ja, na klar.

Die Verfolgung der Juden, der Holocaust, der Zweite Weltkrieg – sind das Themen, die euch berühren?

BILL: Ich glaube, das alles ist für jeden ein Thema. Für jeden Jugendlichen. Man kriegt in der Schule was mit, teilweise auch von den Großeltern. Natürlich sind da bewegende Schicksale dabei. Es gibt Sachen im Geschichtsunterricht, bei denen sitzt du da, und du kannst es nicht glauben. Was ist früher passiert, was war das für eine krasse Zeit? Das kann man zum Teil gar nicht begreifen. Wenn man heute aufwächst, wenn man hier rausguckt. Was wir für Freiheiten haben. Was wir alles machen dürfen. Es ist schwer, sich in die Vergangenheit zu versetzen. Es ist schon sehr schockierend, wenn man davon hört im Unterricht oder so. Aber ich glaube, wie die meisten in unserem Alter leben wir mehr in unserer Zeit.

TOM: Und auch mehr zukunftsorientiert.

Erinnert ihr euch aus dem Geschichtsunterricht an ein Schicksal, das euch besonders bewegt hat?

BILL: Ich glaube, es wäre doof, das auf eine Sache zu beschränken.

GEORG: Ein Schicksal, aus dieser ganzen Zeit? Diese grausame, schreckliche Zeit auf das zu beschränken, das wäre nicht richtig.

TOM: Da sind so viele kranke Sachen abgegangen. Das weiß man auch alles gar nicht richtig.

BILL: Die Großeltern sitzen manchmal da und erzählen. Mein Großvater hat einen Splitter im Bein. Da sind so viele Sachen.

TOM: Wenn wir ins Ausland kommen, haben die Leute manchmal eine völlig falsche Vorstellung. Die fragen manchmal: Wie ist das jetzt für euch, ihr kommt ja aus dem Osten .

BILL: . dürft ihr jetzt Bananen essen? Solche Sachen fragen die. Echt. Oder ob wir hin- und herreisen dürfen. Die wissen manchmal nicht, dass das überhaupt gar kein Thema mehr ist.

TOM: Die Leute sagen auch, erzählt mal ein paar Anekdoten aus der DDR. Wie war es so, im Osten zu leben? Hey, Bill und ich sind 1989 geboren, in dem Jahr fiel die Mauer. Für uns war das immer ein Deutschland.

Ihr habt schon in Russland und Polen große Konzerte gespielt, auch dort seid ihr weit oben in den Charts. Wurdet ihr in diesen Ländern mal auf die deutsche Geschichte angesprochen?

ALLE: Nee, also gar nicht.

BILL: In Polen kam wirklich gar nichts dazu. In Russland auch nicht. Es geht überall nur um die Musik.

TOM: Wir werden immer so nett empfangen, von allen Leuten.

Ihr habt inzwischen in halb Europa gespielt, vor tausenden Fans. Ihr seid alle paar Tage in einer anderen Stadt. Was bleibt da in der Erinnerung hängen? Was hat euch besonders beeindruckt?

BILL: Ich war von vielen Städten begeistert. Moskau fand ich sehr schön.

GEORG: Unfassbar schön.

BILL: Das hätte ich überhaupt nicht erwartet. Zuerst ist es schockierend. Man fährt sehr lange vom Flughafen in die Innenstadt. Erst ist alles grau und sehr einfach, ärmliche Verhältnisse, und auf einmal …

GEORG: . auf einmal ist alles Gold.

BILL: Das ist wie eine Grenze. Der Unterschied zwischen arm und reich ist krass. Das ist auch traurig. Aber im Zentrum ist Moskau eine wunderschöne Stadt.

TOM: Manchmal werden wir gefragt, was wir in irgendeinem Land ändern würden. Das ist für uns immer schwierig zu beantworten. Wir kommen in ein Land, für ein, zwei Tage, und sehen nur gute Sachen. Tausende Fans, eine riesige Halle, alles ist toll.

BILL: Und dann gehen wir schön feiern. In Moskau kann man total gut weggehen, wir waren da in so einem Restaurant, von dem man über die ganze Stadt gucken konnte. Das sind schon echt geile Erlebnisse. Und gerade waren wir in Rom, da hatten wir auch mal einen Tag frei. Das war auch der Wahnsinn, das alles mal zu sehen. Wenn ich mir überlege, ich war in manchen Ländern vorher mal im Urlaub, und auf einmal jubeln mir da die Fans zu.

TOM: Das ist krass.

In Paris habt ihr in diesem Sommer am französischen Nationalfeiertag unter dem Eiffelturm gespielt. Vor 500 000 Menschen.

BILL: Man muss sich vorstellen, an diesem Tag kommen in Paris alle, alle, alle auf die Straße. Da ist in der ganzen Stadt was los. Vor der Bühne waren in mehreren Etappen Boxen aufgestellt, die Straße runter. Man konnte das Ende der Zuschauermassen nicht sehen. Du spielst da, und die ganze Stadt kann dich hören. Das war unfassbar.

TOM: Du denkst, du hast einen Riesen-Flatscreen vor dir, so viele Menschen, das kann doch nicht wahr sein.

GEORG: Wir haben drei Songs gespielt, und es war total surreal.

Sie schwärmen jetzt. Bill und Georg vor allem. Moskau, Paris, muss toll gewesen sein. Sie sehen aus, als könnten sie noch ewig von ihren Konzerten reden. Ein Handy klingelt. Gustav, der Einzige aus der Band, der bisher gar nichts gesagt, sondern nur zugehört hat, wird ein wenig rot. Er entschuldigt sich und geht nicht ans Telefon. Dann schweigt er wieder. Eine der beiden PR-Frauen, die während des Gesprächs im Hintergrund zugehört haben, kommt an den Tisch. “Letzte Frage”, sagt sie. Sie sieht streng aus. Sie bleibt am Tisch stehen.

Könnt ihr sagen, was es für euch bedeutet, Deutsche zu sein? Hat das überhaupt noch irgendeine Bedeutung für euch?

BILL: Eine Bedeutung? Es gibt auf jeden Fall eine Verbindung, dass wir uns hier zu Hause fühlen, wir sind hier groß geworden.

TOM: Vielleicht haben wir irgendwann mal eine Wohnung im Ausland. Aber ich könnte mir nie vorstellen, komplett wegzugehen von Deutschland.

BILL: Das ist immer so, du hast ganz viel Schönes gesehen, aber dann kommst du hier her, das ist dann .

GEORG: So ein Zuhausegefühl.

BILL: Man vergisst einfach nicht, dass hier die Karriere angefangen hat. Hier standen wir zum ersten Mal in einer TV-Show, hier haben wir unser erstes Video gedreht. Hier sind die ganzen Ursprünge.

Sicher werdet ihr im Ausland manchmal gefragt, was an eurem Land typisch ist. Typisch deutsch. Was sagt ihr dann?

BILL: Das beantworten wir nie.

GEORG: Wir nehmen erstmal die Klischees weg. Nicht alle trinken Bier, und nicht alle essen Weißwurst.

BILL: Gerade in Berlin leben jetzt auch so viele verschiedene Kulturen, wie soll man das mit einem Satz beschreiben. Viele Leute sagen auch, beschreibt mal eure Band in drei Wörtern. Das geht mit einer Band genauso wenig wie mit einem Land. Du musst es gesehen haben. Du musst da gewesen sein. Du musst es fühlen. Dann kannst du darüber sprechen.

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Comments

  1. xxTuun says:

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    OMG ! Did Tom just mentioned little Denmark ?! YES HE DID ! :D
    And it’s lovely ! I really hope that they’ll gonna take time to think of how many fans there is here in Denmark ! And we all would be SO happy if they’ll come here ! :D

  2. Math says:

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    I know we come in france but please stay here, French love Tokio Hotel and we want to see you a long time. We love U and we’re crazy of you ! So stay in France, it’s so fabulous, isn’t it ? We would like to you do a lot of concert in France because they are complete everywhere ! I’m so sad to don’t see you, so please, do an other concert, private or not, i’m finding a solution !

  3. rishika says:

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    hey!
    english transalation ASAP pleasee!!

    =)

  4. Aurela says:

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    Thank you very much for the interview!

  5. Lily says:

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    huh?

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    Bitte, come to Denmark! We are so many fans there really like TH and their music and it’s my biggest dream to see Tokio Hotel in real live. But im under 18 so i cant just take to Germany ’cause then my parents get really mat.. (sorry that i’m not so good to english, but i hope you understand! ;))

  7. Cammie says:

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    My God, Tom you rock!
    TH should seriously come here to Denmark! It may be a small country, but they got lots of fans here!

  8. elena says:

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    yeah i don’t understand pleade transalate in english

  9. Lori says:

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    Ehh can you translate this into English too, please?

  10. Tine says:

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    What ?!..
    Can some one translation that ?

  11. Camilla says:

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    I’m also lucky to go to the concert in Essen!
    But it would be nicely if you could come to denmark !
    So GO TOM! Thank you! now we know that you’ve seen Denmark!!

  12. Mia says:

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    YES!! He mentioned Denmark! That’s nice cause we want them here soooo badly!!
    At least I’m lucky to get to the concert in Essen! But it would be nice if we didn’t HAVE TO go to another country to see our favourite band!!
    But… GO TOM!! You rock when you mention little Denmark!!!

  13. Louise says:

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    Tokio Hotel rocks the world.
    And they have a loooooooooooot of fans in Denmark, and we love them!

  14. TH-DK says:

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    YEAH TH come to Denmark!

  15. Jeanette says:

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    YEAH, THAT’S RIGHT, TOM!! :D
    We love them in Denmark, they should come here!
    Tom is way tooooo nice! Finally they’ve seen us here! n_n

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